Actiflo™

Actiflo™-Verfahren

Actiflo™ ist ein äußerst kompaktes Flockungs- und Sedimentationsverfahren für die Wasseraufbereitung, das Mikrosand als Keim für die Flockenbildung nutzt. Damit wird die Flockungszeit enorm verkürzt, die Flächenbeschickung im Absetzbecken drastisch gesteigert und der Flächenbedarf äußerst gering.

Das Actiflo™-Verfahren ist vom Grundsatz her ein Flockungs- und Sedimentationsverfahren, das Mikrosand als Keim zur Flockenbildung nutzt. Der Mikrosand verbessert sowohl die Flockung durch seine hohe spezifische Oberfläche als auch die Sedimentation durch seine hohe spezifische Dichte. Die dabei gebildeten Mikrosand-unterstützten Flocken weisen einzigartige Eigenschaften auf, die es möglich machen, die Anlagen mit sehr kurzer Flockungszeit uns sehr hoher Flächenbeschickung auszulegen. Dabei ergeben sich Systemflächen, die bis zu 50 mal kleiner sind als konventionelle Anlagen mit entsprechender Kapazität.

Im Actiflo™ -Verfahren wird dem Zulauf vor seinem Eintritt in das Koagulationsbecken ein Fällmittel zur Koagulierung zudosiert. Das koagulierte Wasser wird dann in das Injektionsbecken geführt, wo Mikrosand unter kräftigem Mischen zugegeben wird. Je nach Anwendung hat der Mikrosand eine effektive Größe von 100 bis 150 µm. Beim Übergang in das Reifebecken wird ein FHM-Polymer zugegeben. Bei einem kleineren Energieeintrag werden dort Polymerbrücken zwischen dem Mikrosand und den flocken gebildet, wobei dichte und gut absetzbare Flocken entstehen. Danach gelang das geflockte Wasser in das Lamellenabsetzbecken, wo sich die mit Mikrosand beschwerten Flocken schnell absetzen. Bei einer Flächenbeschickung von bis zu 200 m/h strömt das Klarwasser durch die Lamellen und verlässt die Anlage über die Ablaufrinnen. Das abgesetzte Schlamm-/Mikrosand-Gemisch wird mit Hilfe eines Räumers zu einer zentralen Schlammgrube geführt, von wo es zu einem Hydrozyklon gepumpt wird. Die Pumpenenergie wird im Hydrozyklon in Zentrifugalkraft umgesetzt, wobei der leichtere Schlamm vom schwereren Mikrosand getrennt wird. Der gereinigte Mikrosand tritt aus der Unterlaufdüse (Apex) des Hydrozyklons aus und wird in das Injektionsbecken zurückgeführt. Der leichtere Schlamm tritt aus dem Tauchrohr (Vortexdüse) heraus und wird zur weiteren Behandlung geführt.

Modulare Werkstattfertigung

Actiflo™-Anlagen können als vorgefertigte Module ohne großen Montageaufwand direkt am Einsatzort aufgestellt werden. Die Standardmodule sind für Durchsatzleistungen von 40, 80, 160 und 320 m³/h verfügbar.

Vorteile des Actiflo™-Verfahrens

  • Flockungszeit nur noch 5-10 Minuten
  • Flächenbeschickung im Absetzbecken bis zu 200 m/h
  • Stark reduzierter Flächenbedarf (bis zu 50 mal kleiner)
  • hohe Qualität des Klarwasserablaufes
  • sehr kleiner Flächenbedarf (Baukosteneinsparung)
  • niedriger Chemikalienverbrauch (auch weniger Schlammanfall)
  • kurze Aufenthaltszeit (12 Minuten, schnelle Optimierung)
  • stabiles und
  • sicheres Verfahren

Besonderheiten von Actiflo™

Das Actiflo™-Verfahren eignet sich besonders dann, wenn extreme Betriebsbedingungen vorherrschen, wie beispielsweise:

  • hohe und niedrige Trübung
  • starke Färbung
  • niedrige Temperaturen
  • plötzliche Schwankungen

Pilotanlagen

Zwei mobile Pilotanlagen mit Durchsatzleistungen von 40 bis 120 m³/h stehen bereit, um die außerordentliche Leistungsfähigkeit am späteren Einsatzort unter Praxisbedingungen unter Beweis stellen zu können.

Referenzen in Deutschland

  • Wasserwerk Talmühle
  • Zentralwasserwerk Krug von Nidda